Wer verdient was? – Einstiegsgehälter in der IT-Branche

Wenn bei einem freundschaftlichen Treffen, irgendwann die Frage ,,Was verdienst du denn eigentlich?“ aufkommt, gehen die Antworten oftmals weit auseinander. Vom Industriekaufmann bis hin zum Lehramtsstudierenden, sind dort alle Vertreter versammelt und verweisen, mehr oder weniger stolz, auf ihre Gehaltsspannen. Auffallend: Nur wenige Diskutanten, stammen aus der wohl gefragtesten Branche, dieser Tage. Der IT-Branche.

Reiche Nerds?

Dabei würde es sich empfehlen, einen IT-Studiengang zu wählen, da die Statistik eindeutig ist: Waren 2012 noch ca. 676.000 erwerbstätige Personen im IT-Bereich angestellt, waren es 2014 bereits 735.000. Ein Trend, der sich laut aktueller Studien noch fortsetzen wird. Doch um noch einmal auf die Einleitung zurückzukommen: Gibt es vielleicht doch bereits viele ITler unter uns, die sich aber schlicht nicht zu einem möglicherweise gigantischen Gehalt äußern wollen? Eine Frage, der ich einmal nachgehen möchte.

Der Vergleich

Was ein Berufseinsteiger als Einstiegsgehalt erreicht, hängt, wie in jeder anderen Branche auch, vom Arbeitgeber ab. Wer es als Informatiker schafft, in einer der großen Raumfahrtbehörden aufgenommen zu werden, erreicht problemlos den beträchtlichen Wert von 43.000 €. Auf ähnliche Löhne (ca. 42.000 €), kommt ein ITler nur in der Kreditwirtschaft oder der ebenfalls sehr beliebten Automobilindustrie. Der normale Industriekaufmann aus unserer Einleitung, liegt dabei mit 36.000 € immerhin doch recht deutlich dahinter.

Anders sieht es allerdings aus, wenn der IT-Spezialist in die Mulitmediabranche stößt. Mit einem Gehalt von knapp 29.000 €, kann er den normalen Kaufmann nicht beeindrucken. Neutralisieren tun sich die beiden Gruppen, wenn der Computerfachmann im Öffentlichen Dienst beschäftigt ist. Das Einstiegsgehalt, liegt hier ebenfalls bei ungefähr 36.000 €.

These widerlegt

Die Theorie, das ein ITler also unbedingt mehr verdient als alle anderen, muss aufgrund dieser Zahlen verworfen werden. Interessant ist außerdem das doch recht deutliche Gefälle, zwischen Bachelor an einer normalen Universität und dem Abschluss an einer Fachhochschule (Diplom): Während der Bachelorabsolvent fest mit 36.000 € mindestens rechnen kann (wie ja bereits erwähnt branchenabhängig), muss sich der Fachhochschüler für den Anfang mit ca. 1000 € weniger zufrieden geben. Zwar balanciert sich dieses geringfügige Ungleichgewicht im Laufe des Berufslebens aus, doch trotzdem scheint dem Bachelorabsolventen, wenn auch nur geringfügig, eine etwas höhere Anerkennung zuteil zu werden.

Software-Entwicklung und IT-Beratung

Wieder andere Zahlen, erhalten wir bei einem Rollenvergleich (Wer macht was?). Wer als IT-Berater fungiert, kann mit einem Gehalt von um die 42.000 € rechnen, wer in der Softwareentewicklung arbeitet immerhin noch mit 38.000. Aber auch hier steigt das Gehalt je nach Branche: Wer Qualitätsmanagement Software mitentwickelt, kann, je nach Unternehmen, auch schon mal mehr verdienen, als einer der federführenden Köpfe hinter einem Medienprogramm. Wer nach diesem Zahlen-Bombardement noch immer unentschlossen ist, sollte bei der zukünftigen Berufs-/Arbeitsgeberauswahl vielleicht einfach ein paar Fragen notieren und diese direkt im Vorstellungsgespräch stellen. Sinnvoll mit Firmenschwerpunkten verknüpft, können diese nicht nur das Vertrauen des Arbeitgebers steigern, sondern auch zu einem großen Teil dazu beitragen, dass man wesentlich sicherer in eine Ausbildung startet.